Deutschland: Airbnb-Vermieter im Visier der Steuerfahndung – Auskunftsersuchen an Irland

Die Vermittlungsplattform Airbnb ist ein prominenter Vertreter im Bereich der Sharing Economy. In Deutschland steuerpflichtige Nutzer sind nun ins Visier der Steuerfahndung geraten. Es besteht der Verdacht der Steuerhinterziehung.

Der hinter dem Konzept der Sharing Economy stehende Gedanke ist, dass derjenige, der für eine bestimmte Zeit ein Gut benötigt, eine Plattform zur Verfügung gestellt bekommt, um mit jemandem in Kontakt kommen zu können, der das Gut anbietet. Längst hat sich die Wirklichkeit von diesem altruistischen Ansatz entfernt. So soll ein Geschäftsmodell darin bestehen, Objekte nur zu dem Zweck anzumieten, damit anschließend Zimmer über Airbnb angeboten werden können.   

Derlei Geschäftsmodelle sind seit langem auch aus einer steuerlichen Perspektive nicht unumstritten, da der Verdacht besteht, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Nutzern die Einnahmen aus der Vermietung nicht ordnungsgemäß in der Steuererklärung deklariert. Kommt zur objektiven Steuerverkürzung noch ein Vorsatz hinzu, ist der Tatbestand einer Steuerhinterziehung verwirklicht.

Neben der Hinterziehung von Einkommensteuer kann ja nach erbrachter Leistung auch eine Hinterziehung von Gewerbesteuer und Umsatzsteuer vorliegen. In Abhängigkeit von der Höhe der verkürzten Steuern und vom Zeitraum, in dem Steuern hinterzogen wurden, drohen empfindliche Strafen.

Um mögliche steuerunehrliche Nutzer von Airbnb aufzuspüren zu können, hat die deutsche Finanzverwaltung jetzt ein Auskunftsersuchen an Irland gerichtet. In Irland befindet sich der Sitz der Muttergesellschaft von Airbnb, mit der die Verträge geschlossen werden.

Wenn Sie zum Kreis der möglicherweise Betroffenen zählen, haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit eine Selbstanzeige abzugeben. Bei einer wirksamen Selbstanzeige ist eine Bestrafung nicht mehr möglich. Zu bezahlen sind aber in jedem Fall die verkürzten Steuern sowie Zinsen.

Eine wirksame Selbstanzeige ist nicht mehr möglich, wenn die Tat entdeckt ist. Die Tat ist spätestens dann entdeckt, wenn bei erteilter Auskunft durch Irland der Abgleich der Nutzungsdaten mit den Angeben in der Einkommensteuererklärung ergibt, dass Einnahmen nicht enthalten sind.

Unsere auf das Steuerstrafrecht spezialisierten Berater stehen Ihnen als Ansprechpartner für Ihre Fragen zur Verfügung, bitte wenden Sie sich an eine unserer Niederlassungen.

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